Evaluation


Das Coolness-Training in Schulen wird in Oberhausen seit 1995 in unregelmäßigen Abständen immer wieder durch SchülerInnen- und LehrerInnenbefragungen evaluiert.

Ein Beispiel für diese Evaluationen ist eine im Rahmen einer Diplom-Arbeit (Scholven, 2004) durchgeführte Schüler- und Lehrerbefragung. Insgesamt wurden 160 Fragebögen an Schülerinnen und Schüler ausgeteilt und ausgewertet. Das Alter lag in der Spanne von 8 bis 14 Jahren. Die Trainings fanden  in kompletten Schulklassen in Grund- und Hauptschulen statt. Der zeitliche Rahmen bei der Durchführung der CT’s erstreckte sich bei 85% der Befragten auf fünf aufeinander folgenden Tagen mit jeweils 2 Schulstunden. 15% der Befragten waren über einen Zeitraum von 6 Wochen an je einem Tag pro Woche im CT. Unterschiede gab es ebenfalls bei der Zeitspanne die zwischen der Absolvierung der CT’s  und der Befragung lag. Bei den Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse lagen drei Wochen zwischen der Teilnahme am CT und der Befragung, bei den anderen Klassen betrug die Zeitspanne 2 bzw. 3 Monate.

In der Schülerbefragung wurde festgestellt, dass die angewandten Methoden und Spiele den Kindern Spaß machen, durch die Teilnahme am CT pro-soziale Verhaltensweisen gestärkt werden und die Reizbarkeit vermindert wird. Darüber hinaus sprechen die Kinder mit ihrem familiären Umfeld über das CT: Bei 80% der Kinder war das CT Gesprächsthema im familiären Umfeld.

Außerdem ließ sich durch Lehrerbefragungen ableiten, dass die Teilnahme der Schüler am CT zu beobachtbaren Veränderungen bezüglich pro-sozialer Verhaltensweisen führt: Die Lehrer berichteten, dass Konflikte eher verbal ausgetragen werden, dass die Kinder in ihrer Gesprächsführungskompetenz selbstständiger geworden sind, dass sich ein sozial verantwortungsvoller Umgang miteinander gezeigt hat und dass schüchterne Schüler sich nun offener mitzuteilen vermochten. Weiterhin wurde festgestellt, dass die im CT angewendeten Elemente sich in den Schulalltag integrieren lassen.

Dennoch ist ein kritisches Fazit zu ziehen. Auf Grund unserer 12-jährigen Erfahrung mit Coolness-Training in Schulklassen, betrachten wir die Evaluation über Wirksamkeit der unterschiedlichen Methoden und Interventionen kritisch. Zum einen ist nicht sicher auszuschließen, dass Schülerinnen und Schüler den Fragebogen unter dem Eindruck einer emotionalen Beziehung zum Trainer bzw. zur Trainerin ausfüllen, d.h. dass es sich nicht um eine „echte“ Trainingswirkung handelte. Zweitens konnte die Annahme, dass die Wirkung des CT nachhaltig ist, bisher nur über weiche Faktoren ermittelt werden.

Bei Langzeittrainings (bis zu 6 Monaten – in zwei Extremfällen über 1 1/4 Jahr) werden nachsorgende Klassenbesuche gemacht. Die Inhalte des CT, aber auch die Trainer haben bei den Schülerinnen und Schülern einen hohen Erinnerungswert. Lehrkräfte berichten, dass die Klasse einfacher zu unterrichten sei und mehr Zeit für Unterricht zur Verfügung stehe.

Der Erfolg eines Coolness-Trainings hängt von Faktoren ab, die vor allem im Persönlichkeitsbereich der Lehrkräfte und der Trainer liegen. Ein CT-Trainer, dem es nicht gelingt, zur Klasse in kurzer Zeit eine Beziehung aufzubauen wird mit seinen Methoden scheitern. Insofern hängt der Erfolg zur Durchführung eines CT’s vor allem von der glaubwürdigen und überzeugenden Haltung des Trainers und der Intensität der Beziehung zur Schulklasse ab. Die Wirksamkeit eines CT fällt je nach Durchsetzungsfähigkeit der Trainer, je nach Persönlichkeit deutlich unterschiedlich aus. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die besten Methoden, Übungen und Spiele, einschließlich berechtigter Konfrontationen wirkungslos sind, wenn die Trainerpersönlichkeit nicht stimmig ist.


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